6 Monate und 11 Tage auf dem Pilgerweg nach Jerusalem

Endlich hört ihr wieder etwas von mir.

Am 6. Dezember 2018 bin ich von Skopje Mazedonien in die Schweiz zurückgeflogen um mein Knie nach dem Hundebiss kurieren zu lassen.

Am Flughafen

Erst kürzlich wurden mir diese zwei Zeitungsartikel aus Serbien zugeschickt die von meiner Pilgerreise berichten. Leider kann Google nicht in deutsch übersetzen.

Mit grosser Dankbarkeit schaue ich zurück.

Jeder der ca. 2400 Kilometer die ich gegangen bin und auch die längeren Aufenthalte in Belgrad und Skopje die sehr bereichernd waren, sind ein sehr grosses Geschenk.

Wie ich schon mehrmals geschrieben habe, alles hat einen Sinn und so auch mein Zwischenstopp in der Schweiz in Baar. Schlussendlich ist es nicht so wichtig wo ich bin,sondern vielmehr dass dort wo ich bin, mein Herz ist und dies heisst jetzt Schweiz.

Nach verschiedenen Untersuchungen am Knie hat sich herausgestellt dass ich ein Meniskusriss habe, was nicht direkt mit dem Hundebiss zusammen hängt. Nun heisst es noch weitere Abklärungen zu treffen. Wie es im Moment aussieht werde ich erst im Sommer 2019 weiter pilgern können. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Ich grüsse euch alle ganz herzlich und wünsche euch ein ganz gutes neues Jahr viel Licht auf eurem Weg und viele wertvolle Momente.

Bis später wieder.

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6 Monate und 8 Pilgertage

Bin seit 2 1/2 Wochen hier in Skopje und kuriere die Bisswunde. Leider habe ich nach ca. 20 Minuten gehen immer noch ziemlich starke Schmerzen die in den Oberschenkel ausstrahlen. Die Physiotherapie hat nicht viel gebracht. So komme ich nicht weiter.

Mit ein wenig Pilgerheimweh werde ich einen Unterbruch machen und in die Schweiz nach Basel fliegen um mein Bein kurieren zu lassen. Hier in Skopje ist dies nicht so gut möglich. (Die medizinische Versorgung ist ein wenig armselig)

Ich schaue mit grosser Dankbarkeit zurück. Habe ziemlich genau Halbzeit ca 2400 km und durfte so viele gute, wertvolle Erfahrungen machen,so viele liebe Leute kennen lernen, durch 6 Ländern pilgern und so viel Gastfreundschaft erfahren.

So bald mein Knie wieder gut ist werde ich mich wieder auf dem Weg machen.

Ich freue mich schon jetzt darauf.

Es ist nicht so wichtig ob ich pilgere oder Ruhe sondern viel mehr dass ich alles mit Freude tue.

Alles hat einen Sinn. Gott hat einen Plan ich glaube daran.

Ich denke,wenn alles gut geht dann werde ich im Januar weiter pilgern,das heisst die zweite Hälfte meiner Pilgerreise.

Ich wünsche euch allen eine ganz gute Adventszeit und danke für eure Begleitung ,für an mich denken,für alle Gebete all dies haben mich getragen und mir Mut gemacht. Danke.

Hier nun noch einige Foto aus Skopje.

Parlament

Auf dem Markt

Welch eine Überraschung

Es hat neben 1 kath. Kirche und mehrere orthodoxen Kirchen 30 Moscheen.

Bis bald wieder. Herzliche Grüsse

Morgen 26. November sind es genau 6 Monate seit ich aufgebrochen bin.

Seit einer Woche bin ich in Skopje und kuriere meine Bisswunden. Am letzten Dienstag bin ich eine Tagesetappe gegangen musste dann umkehren da das Bein noch zu fest schmerzte. Meine Pilgerreise ist, ich glaube sagen zu können, eine echte Pilgerreise mit vielen Hindernissen. Alles hat einen Sinn. Es ist eine gute Übung nicht ungeduldig zu werden,sondern gut im Jetzt zu leben im Vertrauen das so wie es ist,gut ist.

Ich habe nun viel Zeit Skopje kennen zu lernen. Es ist eine schöne und interessante Stadt mit verschiedenen Kulturen und Religionen.

Orthodoxe Kirche

Moschee

Millenium Kreuz auf 1000 m Höhe

Eine Luftseilbahn führt hinauf.

Römisches Aquädukt.

So viel Abfall auf den Wegen

In der Fussgängerzone bettelte Kinder

Mit Ross und Wagen wird Karton und andere Sachen aus den Abfallcontainer herausgenommen.

Ich bin sehr dankbar dass ich hier mit so lieben Leute leben darf. Ich fühle mich wie zu Hause auch wenn ich mehr als 2300 km entfernt bin.

Morgen gehe ich zum Arzt und hoffe dass ich bald weiter gehen kann.

5 Monate und 26 Tage auf dem Pilgerweg nach Jerusalem

Am Freitag 16. November habe ich bei strahlendem Wetter Kosovo verlassen und nun bin ich in Mazedonien.

Ein neues Land, eine neue Sprache- Mazedonisch, eine neue Währung-Dinar, eine neue Schrift-kyrillisch und eine neue Herausforderung.

Nach ca. 20 km meistens auf der Hauptstrasse bin ich an den Stadtrand von Skopje angekommen. Meine Unterkunft war an der gegenüberliegenden Seite. Ich war sehr müde. Ein älteres Ehepaar die sowieso mit dem Taxi in die Stadt fahren musste,nahm mich gratis mit. Es entstand ein schönes Gespräch. Am Schluss gaben sie mir nochGeld. Ich war bewegt. So viel Wohlwollen.

Ich darf auch hier in Skopje in der Fokolar Gemeinschaft wohnen. Als ich vor dem Haus stand und die Hausglocke suchte biss mich ein Hund in die Kniekehle. Ich hatte ihn nicht gesehen und er hatte auch nicht gebellt. Wie ich später erfuhr lebt er auf der Strasse. Sehr wahrscheinlich fühlte er sich von meinem Aussehen Rucksack und Wanderstöcke angegriffen. Ich ging ins Spital für eine Tetanus Impfung. Welch eine Überraschung. Sie hatten keinen Impfstoff.

Nach langem Suchen und mit Hilfe von einem Ehepaar bekamen wir ihn in einer Apotheke und ich wurde geimpft. Welch ein Abenteuer. In der Schweiz wäre dies kein Problem gewesen. Meine Kniekehle hat nun alle Farben und die beiden Bisswunden heilen langsam.

Am Sonntag war ein Treffen mit den Freunden der Fokolar-Bewegung. Es kamen Katholiken, Orthodoxen und Muslimen.

Wir waren eine grosse Familien. Es war sehr eindrücklich. Die Liebe eint die Religionen und Völker.

Ich habe das Haus (Museum) von Mutter Theresa besucht. Sie ist in Skopje geboren. Mit den Schwestern entstand ein schönes kurzes Gespräch.

Später besuchten wir noch eine Moschee.

Und besichtigen die Stadt.

Dies ist Lauch. Was für eine Grösse.

Gestern Dienstag 20.November wurde ich für ein Interview ins Studio von Radio Maria (katholischer Sender) eingeladen um von meiner Pilgerreise zu erzählen. Es wurde live ausgestrahlt. Es kamen einige positive Echos.

Am Abend haben wir den Geburtstag von Anita gefeiert.

Heute morgen wurden wir nach dem Gottesdienst vom Bischof zum Kaffee eingeladen. Er war schon mehrmals in der Schweiz und spricht gut Deutsch. Welch eine Freude.

Ich werde immer wieder gefragt ob ich keine Angst habe. Wenn ich 100 Prozent auf Gott vertraue nein, mit 99 Prozent bekomme ich Angst. Jeden Tag ist eine neue Herausforderung und auch ein Geschenk.

Wie ihr seht wird es mir nicht langweilig.

Langsam werde ich weiter pilgern muss aber ein wenig zu meinen Bisswunden sorge tragen.

Euch allen vielen Dank für die Gastfreundschaft,für die schönen,tiefen Gespräche für eure Liebe. Es tut so gut.

5 Monate und 20 Pilgertage

Am Sonntag 11. November habe ich bei strahlendem Wetter Pristina verlassen. Mehrmals war auf dem Gehsteig ein grosses Loch. Der Dolendeckel fehlte. Für Blinde wäre dies ein grosses Problem.

Ich lief durch eine wunderschöne Gegend. Seit Österreich habe ich keine Wanderwegweiser mehr gesehen. Ich traute meine Augen kaum als ich sie hier in Kosovo antraf.

Die Gegend ist sehr bergig. Der Aufstieg wollte nicht enden. Dafür hatte ich nachher eine wunderschöne Aussicht.

Es ist eine sehr einsame Gegend und die Dörfer sind nicht mehr bewohnt. Zum ersten Mal kam mein Wasserfilter zum Einsatz. Wie froh war ich Trinkwasser zu haben.

Ich kam endlich zu einem bewohnten Bergdorf, das heisst es hatte nur wenige Häuser und keine Übernachtungsmöglichkeit. Zu meiner Überraschung gab es aber eine Schule. Ich wurde von der Kindergärtnerin eingeladen bei ihr reinzuschauen. Die Kinder sangen mir Lieber und am Schluss gab es noch ein Foto.

Ich konnte mit den Lehrern ins Tal fahren ca. 10 km auf eine ungeteerte Strasse voller Löcher. Als wir unten ankamen war es bereits schon dunkel. (Um 16.40 ist es hier stockdunkel)Sie haben mich bei einer Tankstelle aussteigen lassen. Die nächste Stadt war ca. 10 km entfernt. Ein Autofahrer der gerade Benzin getankt hatte nahm mich mit und brachte mich zu einem teuren Hotel. Da es in der Nähe ein billiges hatte machte ich mich auf dem Weg dort hin. Unterwegs fragte ich eine Frau nach dem Weg. Sie sprach Deutsch. Sie lud mich zu sich nach Hause ein. Sie wohnt mit 2 erwachsene Söhne und Schwiegertochter in einer kleinen ärmeren Wohnung. Sie erzählte mir ihre traurige Lebensgeschichte und wie schwer sie es habe. Ihr Sohn arbeitet 10 Stunden auf dem Bau für 10 € pro Tag. Kaum zu glauben.

Es war keine erholsame Nacht. Sie hatten so viel geraucht und ich konnte nicht lüften Die Frau und ich schliefen je auf einem Sofa im Wohnraum. Am Morgen bot ich ihr Geld an für die Übernachtung. Sie wollte nichts annehmen,doch als ich ihr sagte, dass dies ein Geschenk sei,nahm sie es gerne an und strahlte.

Die Menschen haben es hier nicht einfach. Unterwegs betete ich für sie und ihre Familie.

So viele Begegnungen,so viel Leid. Ich versuche für die Menschen da zu sein zuzuhören,ein Lächeln zu schenken ein offenes Herz zu haben.

Mein Weg ging nun weiter.

Moderne Kunst.

Sind aber nicht meine alten Schuhe.

So viele Häuser sind hier nicht fertig gebaut.

Dieses Brot kostete 15 Cent ca 20 Rp. Ein Kaffee 50 Cent.

In Letnice in den Bergen gibt es eine Wallfahrtskirche mit der schwarzen Madonna und dies in einer Muslimische Gegend. Ich fühlte mich ein wenig wie in Einsiedeln in der Schweiz

Die Schwestern die dort wohnen, haben mich herzlich aufgenommen. Vielen Dank.

Nun bin ich in einem eiskalten Hotel. Auch dies gehört dazu. Ich denke an all jene die keine Heizung haben.

Ein jüngerer Mann der in der Schweiz gelebt hatte erzählte mir seine sehr schwere Lebensgeschichte mit Gefängnis etc.

Begegnung,Zuhören, Mut schenken und vieles mehr gingen mir durch den Kopf. Er war dankbar als ich ihm sagte,dass ich für ihn und seine Situation bete.

Immer mehr verstehe ich den Sinn von meinem Pilgerreise nach Jerusalem.

Am Samstag werde ich in Skopje sein.

5 Monate und 16. Tage

Am 8. November in Mitrovice als ich über die Friedensbrücke gehen wollte bin ich Schweizersoldaten begegnet. Welch eine kurze schöne Begegnung.

Die Stadt ist in zwei Teilen aufgeteilt. Vor der Brücke ist serbisch, nach der Brücke albanisch und muslimisch.

Jo heisst nein und po ja auf albanisch. Bin daran einige Wörter zu lernen. In einem kleinen Dorf bin ich Schulkinder begegnet. Sie begleiteten mich eine Zeitlang und stellten viele Fragen. Ein Mädchen hat durch das Fernsehen deutsch gelernt. Unglaublich.

Ich bin durch verlassene Dörfer gegangen. Eine arme Gegend. Die Strassen sind nicht asphaltiert ein Vorteil für mich. Ich kam nach Mijolic ein sehr kleines Dorf. Wo kann ich hier wohl übernachten? Ich wurde von einer muslimische Familie eingeladen. Welch ein Geschenk. Sie haben Verwandte in der Schweiz.

Am nächsten Tag brach ich um 7 Uhr auf nach dem sie mir mit Esswaren beschenkt haben.

Ich war auf dem Weg nach Pristina. Neben Moscheen und kleine Dörfer begegnete ich auch ein Atomkraftwerk. Ein komisches Bild in dieser Landschaft.

Am Freitag Nachmittag bin ich in Pristina angekommen. Eine pulsierende Grossstadt. Ich kam zur Mutter Theresa Kathedrale. Eine wunderschöne neue Kirche.

Ich kann bei Ordensschwestern übernachten.

Gestern war ich auf dem Kirchturm. Was für eine schöne Aussicht.

Ich bin so vielen lieben Menschen begegnet. Gestern war ein grosses Fest in der Kirche mit Bischof etc. Bekam auch ein Pilgerstempel. Nachher war ein sehr schönes Theater von einer Gruppe Kosovo Albaner aus dem Thurgau Schweiz. Welch eine grosse Überraschung. Sie sind extra von der Schweiz für diesen Tag gekommen. Ich konnte wieder einmal Schweizerdeutsch sprechen.

Am Schluss sprach der Bischof noch einige Worte.

Heute Sonntag geht mein Weg nun weiter.

5 Monate und 12 Tage auf dem Pilgerweg

(Mit 8 Wochen Unterbruch in Belgrad)

Heute 7. November ist mein 2. Pilgertag in Kosovo. Eine wunderschöne Gegend. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Berge hat. Gestern war Natur pur. Hier einige Bilder.

Wie ihr sehen könnt habe ich sehr schönes Herbstwetter.

Ich musste den Bus nach Mitrovica nehmen, da in dieser Gegend kaum Häuser hat und so auch keine Übernachtung. Ein ca. 10 jähriger Bub erklärte mir in einem perfekten Englisch wo an der Hauptstrasse der Bus hält ( es gibt keine Schilder) und wann der nächste fährt. Ich musste mich sehr beeilen. Kaum war ich an der Strasse kam er schon.

In Mitrovica fand ich ein günstiges Hotel wo ich für 2 Nächte buchte.

Es gibt hier eine kleine Katholische Kirche. Der Junge Pfarrer sprach auch italienisch. Nach dem Gottesdienst gab er mir den Pilgersegen. Er verwöhnte mich mit Süssigkeiten und noch ein Kilogramm Äpfel. Eine Äpfel Kur ist angesagt.

Heute bin ich mit dem Bus wieder zurück gefahren wo ich gestern aufgehört habe. Ich lief die ersten 2 Stunden auf der Nationalstrasse. Welch eine Überraschung, fast kein Verkehr und dann noch auf der Seite ein Grünstreifen. Ich sprach ein Dankgebet aus.

Nachher war wieder Natur pur.

Leider gibt es am Wegrand so oft Abfall. Eine super Erfindung wäre,wenn aller Abfall kompostierbar wäre.

Heute habe ich einen schönen Muskelkater.6 Wochen in Schonhaltung macht sich bemerkbar.

Gehe weiter im Vertrauen dass ich Schritt für Schritt geführt werde. Danke für alle eure Schutzengel und Gebete.

In 2 Tage werde ich in Pristina sein.